Das Selbstperiment: Walking Pad

Kaloriendefizit

Die Quintessenz der allermeisten Diäten lässt sich wie folgt zusammenfassend und knapp formulieren:

Grundvoraussetzung für das Abnehmen ist das Herstellen eines Kaloriendefizits.

Mit anderen Worten wir müssen mehr Energie verbrauchen, als wir zu uns nehmen. So steht man sehr schnell vor der folgenden Rechenaufgabe: Was ist mein täglicher Kalorienbedarf und wie viele Kalorien darf ich zu mir nehmen.

Kalorienbedarf

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (kurz DGE) hat hierzu Referenzwerte veröffentlicht. In dem nachfolgenden Bild findet sich ein Ausschnitt dieser Tabelle. Ich habe die für mich relevanten Zeilen und Spalten markiert. Wir sehen auf jeden Fall das drei wesentliche Faktoren den Kalorienbedarf beeinflussen:

  • Altersgruppe
  • Geschlecht
  • PAL-Wert
Referenzwerte für die Energiezufuhr (DGE)

Der PAL-Wert (= physical activity level) oder anders gesagt die körperliche Aktivität ist ein wichtiger die Hebel den Kalorienbedarf zu regulieren. Wir sehen das die Differenz für PAL-Wert 1,4 vs 1,8 stolze 700 kcal (3000 – 2300) Kilokalorien sind. Und genau an diesem Punkt müssen wir ansetzen.

Körperliche Aktivität

Klar, es gibt die Bewegungsmuffel und die Sportskanonen. Die meisten von uns liegen da irgendwo zwischen drin. An dieser Stelle möchte ich nochmals auf weiterführende Erläuterungen der DGE zurückkommen. Wovon hängt der PAL-Wert ab?

Die Höhe des PAL-Werts hängt von der Berufs– und Freizeitaktivität ab.

Quelle: DGE

Wenn man diese Tabelle mit Beispielen der DGE nur kurz anschaut, sticht sofort ins Auge das die Berufswahl eine sehr große Rolle spielt. Hmm 🤔, hab ich mir also als “Büroangestellter” einen Beruf ausgesucht der nur in geringem Maße gesundheitsförderlich ist?!

Quelle: DGE

Berufsausübung & Fit Skills

Gerade in der IT- und Beraterwelt wird man gleich zu Beginn der Berufskarriere angeleitet sich sogenannte Soft Skills anzueignen bzw. auszubauen. Während die Hard Skills das Fachwissen und das Können der eigentlichen Arbeit beschreiben, werden unter Soft Skills methodische, persönliche und soziale Kompetenzen verstanden.

Das was hierzulande und möglicherweise in den allermeisten Industriestaaten vernachlässigt wird, sind die sogenannten “Fit Skills”. Ich habe hierzu keine Statistiken und Forschungsarbeiten zur Hand. Allerdings kenne ich ich das Innenleben eines bestimmten Weltkonzerns ziemlich gut. Vorträge und Präsentationen zur Arbeitsplatzsergonomie gab es schon länger. Aber die passende Ausstattung wie höhenverstellbare Schreibtische werden seit den letzten wenigen Jahren allmählich eingeführt.

Work-Life-Balance vs. Fit Skills

Eine Sensibilisierung bezüglich der Work-Life-Balance ist zunehmends zu sehen. Dabei steht Work-Life-Balance für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie bzw. Arbeits- und Privatleben.

Hingegen verstehe ich unter Fit Skills diejenigen Kompetenzen, die Menschen befähigen in ihrem Arbeitsumfeld, während der Ausübung ihrer Arbeit gesundheitsförderliche Elemente einzubauen und die Kehrseite, nämlich gesundheitsbelastende Dinge erkennen und zu vermeiden.

Das Minimum an körperlicher Aktivität wird gleichgesetzt mit ausschließlich sitzender Tätigkeit.

Bürotätigkeit =? Sitzen

Bürotätigkeit und Sitzen: Sind diese Beiden wirklich unzertrennlich? Oder ist es einfach nur eine Gewohnheit und Bequemlichkeit?

Zuallerst sind wir seit der Schulzeit und sonst darauf getrimmt im Sitzen zu lernen und zu arbeiten. Überdies fehlt in den meisten Fällen die richtige Ausstattung. Höhenverstellbare Tische sind noch kein Standard. Ferner, werden Fit Skills zumeist vernachlässigt. Egal ob als Student in der Bibliothek oder Angestellter im Büro, man kommt in ein Umfeld der Sitzenden rein. Es vergehen viele Jahre bis man sich wegen gesundheitlichen Beschwerden Gedanken darüber macht.

Neben dem Arbeiten im Stehen habe ich kürzlich die Idee des Arbeiten beim Gehen aufgeschnappt. Nach einer ersten Internetrecherche habe ich etliche positive Stimmen vernommen. Das für diesen Zweck konzipierte Equipment nennt sich Walking Pad.

Was ist ein Walking Pad?

Das Laufband ist aus den Fitness- oder Rehastudios gar nicht mehr wegzudenken. Es ist ein wichtiges Trainingsgerät für Hobby- und Profisportler. Trainieren bei jedem Wetter, ein hohes Maß an Kontrolle des Trainingspensums sind nur zwei Vorzüge unter Anderem.

Eine Variante des Laufbands sind sogenannte Walking Pads. Gegenwärtig gibt es noch relativ wenige Anbieter, Geräte dieser Art vertreiben. Im Wesentlichen werden folgende Merkmale hervorgehoben:

  • Ausgelegt für das Gehen ⇨ Reduzierte Geschwindigkeit (bis max. 6km/h)
  • Platzsparen für das Homeoffice aber auch für Büros ⇨ Kompakte Bauweise
  • Soll konzentriertes Arbeiten ermöglichen; das Umfeld nicht stören ⇨ Minimum an Lautstärke
  • Verletzungsgefahr minimieren ⇨ Automatische Geschwindigkeitsregulierung

WalkingPad S1: The Essential for Home Workout

Begeistert von der Idee des Walking Pads habe ich nach einigen Stunden Recherche eine Bestellung (02.09.2020) nach Fernost aufgegeben.

Der chinesische Elektronikhersteller Xiaomi hat bereits mehrere Modelle herausgebracht. Für die Konzeption, Produktion und Vertreibung setzt Xiaomi auf Crowdfunding. D.h. unter anderem das die Produktion erst dann startet, wenn die benötigte Finanzierungssumme mindestens erreicht ist.

Warum habe ich mich für dieses Gerät entschieden?

Neben dem günstigen Preis im Vergleich zur Konkurrenz haben mich folgende Aspekte überzeugt. Es ist nicht das allererste Trainingsgerät dieser Art von Xiaomi, sondern eine Weiterentwicklung der früheren Modelle. Bei anderen Walking Pads habe ich auf der Produkthomepage keine konkrete Angabe zur Lautstärke gefunden. Wenn der Verkäufer einfach nur “sehr leise” schreibt ohne eine Dezibel-Angabe zu machen, finde ich das nicht besonders vertrauenserweckend. Die Marke Xiaomi suggeriert mir das hier eine bestimmte Mindestqualität an Verarbeitung und Praxistauglichkeit vorliegen sollte.

Das Selbsperiment bzw. Selbst-Experiment..

Auch wenn ein bekannter Blogger schreibt das ein Großteil eines Buches im Gehen entstanden ist, heißt es für mich noch lange nicht, das es auch praktikabel für jedermann ist. Auf alle Fälle möchte ich das Walking Pad testen und experimentieren um herauszufinden ob es ein wichtiger Baustein der Fit Skills Idee werden kann. Noch habe ich die Lieferung nicht erhalten. Der Versand wurde für den Oktober angekündigt. Wenn der Paketdienst demnächst an meiner Haustür klingelt und ich die Gelegenheit hatte das Ding zu testen möchte ich gerne meine Eindrücke und Erfahrungswerte in einem eigenen Beitrag teilen (Mannheim, den 24.09.20200).

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